Jetzt schon das Resümee vorweggenommen, war die Exkursion nicht nur lehrreich und hinsichtlich der Zielsetzung des „Renaturierungsprojektes Peenetal“ Hoffnung erweckend, sondern auch rein menschlich Gewinn. Man trifft alte Bekannte wieder, die schon verloren geglaubt waren.
Es ist ideales Wetter, um zu einer längeren Exkursion in heimische Feuchtgebiete aufzubrechen. Leicht bewölkter Himmel und ein kühlender Wind lassen selbst einige Kilogramm Fotozubehör relativ erträglich erscheinen. Ziel sind die Feuchtwiesen im Überschwemmungsbereich der Peene im Nordosten Vorpommerns. Das Flusssystem der Peene ist in einem Naturschutz- Großprojekt, zwischen 1992 und 2009, in weiten Bereichen renaturiert worden, indem großflächige Wiedervernässungen u.a. dem langjährigen Torfabbau und damit der Moorentwässerung, verbunden mit exzessiver Moordegradation, entgegenwirken sollen. Durch permanent erhöhten Wasserstand wurde die Ansiedlung von moorbildenden Gräsern, wie Schilf, aber auch vieler anderer Arten unterstützt. Dabei muss vor allem in den ersten Jahren mit verstärkter Mobilisierung von Nährstoffen, vor allem Phosphor, aber auch Stickstoff aus dem degradierten Moorkörper gerechnet werden, was sich im Massenauftreten von Pflanzen, wie Fadenalgen, Rohrkolben u.a. deutlich macht. Beispiel dafür ist der stark eutrophe "Menzliner Polder" Längerfristig dominieren allerdings Moorbildner.
Kennzeichnend für das Flusssystem der Peene , die auch der „Amazonas des Nordens“ genannt wird, ist ein minimales Gefälle von der Quelle bis zur Mündung ins Stettiner Haff von nur 24 Zentimetern und die damit verbundene extrem niedrige Fließgeschwindigkeit. Der Fluss durchströmt ein riesiges Niedermoorgebiet von nahezu 20.000 Hektar, mit den unterschiedlichsten Biotoptypen wie Flachwasserseen, Torfstichen und Feuchtwiesen. Überall finden sich Niedermoore, Quellmoore, Seggenriede , Schilfröhrichte und Bruchwälder, die von Birken und Weiden dominiert werden. Von oben betrachtet ein unglaubliches Ökosystem. Gesehenes und im Bild fest gehaltenes später in eigener Pflanzenverwendung auf das kleinteilige Areal des Wassergartens zu projizieren ist richtige Herausforderung.

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