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Iris sibirica ist die Blume des Jahres 2010

Die Sibirische Schwertlilie ist eine ausdauernde, krautige horstbildende Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 120 Zentimeter . Die Blätter sind beidseitig grün. Sie sind bei der Art kürzer als der Stängel. Die Blüten duften nicht und haben einen Durchmesser von 6 bis 7 Zentimeter. Die Hängeblätter (untere Perigonblätter) sind blau bis blauviolett gefärbt und 3 bis 6 Zentimeter lang. Ihre Platte hat einen weißen, stark geaderten Fleck und verschmälert sich in den heller gefärbten und dunkel geaderten Nagel. Die Domblätter (obere Perigonblätter) sind dunkler und violett geadert. Die Sibirica- Iris gehören zu den sogenannten Apogon- Iris, was darauf hindeutet, dass diese Pflanzen keine bartartige Leiste auf den Hängeblättern, wie beispielsweise die Hohen Bartiris besitzen. Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni.

Die Sibirische Schwertlilie kommt im warmgemäßigten bis gemäßigten Europa und West-Sibirien bis zum Altai vor. Sie wächst in sumpfigen Au- und Waldwiesen. Im Osten der USA und in Südost-Kanada ist die Art eingebürgert. Sie gilt in Deutschland als stark gefährdet. Obwohl sie im norddeutschen Tiefland noch hier und da vorkommen soll, habe ich noch keinen einzigen Standort ausfindig machen können.

In der gärtnerischen Kultur wird die reine Art nur noch in Wildstaudenanlagen gepflegt und auch dort nur noch sehr selten. Kein Wunder, denn es gibt mittlerweile Sorten der Sibirischen Schwertlilie, die zum Teil größere und intensiver gefärbte Blumen besitzen. Ich selber pflege noch einen uralten etwa 30 Jahre alten Bestand der Wildform, habe aber beschämenderweise keine schönen Fotos davon.

Heute ist die Züchtungsarbeit weit entwickelt und es werden ungezählte Sorten unter Beteiligung anderer Apogon- Iris, wie Iris setosa, Iris versicolor, Iris chrysographes, Iris pseudacorus gezüchtet. Aber auch Arten, wie Iris prismatica sind an neueren Züchtungen beteiligt. Berücksichtigt man überdies noch die polyploiden (meist tetraploiden) Sorten, kommt schon eine beachtliche Palette zusammen. Allsamt sind sie es Wert in den Gärten gehalten zu werden und dabei kommt zugute, dass viele der modernen Sorten nicht mehr den feuchten Wiesenboden zum Gedeihen benötigen, sondern teilweise auch mit Böden zurechkommen, die ursprünglich den Spuria- Iris vorbehalten waren.