Das Göldenitzer Moor

Am 22.Mai 2004 ware es wieder mal so weit. Die Frührjahrsexkursion "Mit nassen Füssen durch Mecklenburg..." führte in das Göldenitzer Moor, das heute noch zur Torfgewinnung abgebaut wird. Ökologisch problembehaftet und fachlich relativiert, ist dieser Abbau in unserer infrastrukturschwachen Region allerdings nicht zu unterschätzender wirtschaftlicher Faktor...
Dieses Moor stellt sich ursprünglich als eine in der Nacheiszeit wassergefüllte abflusslose Senke dar, die anfangs als Verlandungsmoor, später in der sich vor ca. 7800 Jahren anschließenden Hauptwärmezeit als Regenmoor entwickelte. Das Göldenitzer Moor gehört damit zu den ältesten Regenmooren in Mecklenburg- Vorpommern.
In der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert setzte im Westteil des Moores die Torfgewinnung ein, die sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf nahezu das gesamte Moor ausdehnte. Der Abbau erfolgte zuerst manuell, später mit Stechmaschinen und zuletzt bis in die Gegenwart mit Fräsen. Bereits ab 1939 wurden Teile des Moores unter Schutz gestellt, wobei der Schutzstatus in Teilen immer wieder aufgeweicht wurde. Seit 1994 wurde dieser Schutzstatus wieder auf das gesamte Gebiet ausgedehnt, wobei bis zum Jahre 2015 der Torfabbau auf Teilflächen des Moores noch weitergeführt werden darf.
Der Schutzzweck besteht darin, durch Wiedervernässung des durch Entwässerung und Abbau gestörten Regenmoorkomplexes, die hier noch vorkommenden seltenen Pflanzen und Tiere zu schützen, sowie ein klima- und vegetationsgeschichtliches Archiv der Spät- und Nacheiszeit zu bewahren.
Im Moor kommen u.a. folgende Arten vor:

Pflanzen: Torfmoose (Sphagnum fallax, Sphagnum cuspidatum,Sphagnum angustifolium und Sphagnum magellanicum),
Sumpfporst (Ledum palustre),
Gemeine Krähenbeere Empetrum nigrum,
Wollgräser Eriophorum angustifolium und Eriophorum vaginatum,
Sonnentau Drosera rotundifolia,
eine nicht bestimmte (noch blütenlose) Wasserschlauchart

Tiere: Kreuzotter, Ringelnatter, Waldeidechse, Grasfrosch, Moorfrosch, Erdkröte, des weiteren verschieden seltene Libellen und andere Insekten

Einen Teil der Renaturierungsflächen in ihren unterschiedlichen Entwicklungsstadien konnten wir auf unserer Exkursion besuchen.
Ach so, wir waren nur 10 Leute, die sich diese Wanderung durch eine interessante Mischung aus Naturzerstörung und Renaturierung gegönnt haben und ich glaube, es wird sich mancher ärgern, nicht mitgekommen zu sein... Wer sich keine nassen Füsse holen wollte, hatte die Möglichkeit auf straubtrockenen Torf zu laufen, die schönen Moorwurzeln allerdings lagen woanders...
Meines Wissens sind auch alle wieder mit zurückgekommen, aber hier hätten wir wohl besser noch mal nachzählen sollen...

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