Warnowtal und Glasermoor

155 Kilometer lang ist die Warnow und nach der Oder der wasserreichste Fluss in Mecklenburg-Vorpommern. In Warnemünde, der Küstenstadt nahe Rostock mündet sie in die Ostsee. Der Name kommt aus dem Slawischen und bedeutet Krähen- oder Rabenfluss. Entlang unserer Exkursionsstrecke finden wir viele Wasserpflanzen im gleichmäßig strömenden Wasser. Leider fing es an zu regnen, so dass wir unsere Wanderung etwas abgekürzt haben. Auch wenn es sich nicht nach Aufklärung sondern eher mecklenburger Landregen anfühlte, haben wir die letzte Station unserer diesjährigen Exkursion, das Glasermoor, angelaufen und bei strömenden Regen auch den Rundgang tapfer ertragen. Einmal mehr bewahrheitete sich unser Slogan "... mit nassen Füssen durch Mecklenburg"


Das Glasermoor entstand in der letzten Eiszeit, indem ein großer Toteisblock auftaute, seine Schmelzwasser den Kessel mit Wasser füllten und so einen See entstehen ließen. Im Verlauf mehrerer 1000 Jahre verlandete der See und zeigt sich heute als ein Kesselmoor mit einer typischen Moorflora bestehend aus Moorbirke, Erle, zahlreichen Gräsern, Schilf, Seggen, Sumpfcalla und der gelben Sumpfiris.
Im 17 und 18 Jahrhundert waren hier in der Gegend vier Glashütten angesiedelt, die das Holz der Umgegend köhlerten um mit der Holzkohle die Glasöfen zu betreiben. Hier wurde das grüne bis braune "Mecklenburger Waldglas" hergestellt. Ein Glasschmelzofen hielt etwa ein knappes halbes Jahr und musste dann völlig erneuert werden. Das dabei weite Landstriche völlig abgeholzt wurden hat damals keinen interessiert. Eine Glashütte verbrauchte im Jahr etwa 3500 Festmeter Holz!!! War da Holz alle, zogen die Glashütten weiter. Was seinerzeit die Glasmanufaktur nicht geschafft hat, wird heute im Gebiet des Glasermoors vom Biber erledigt, der sich erstaunlicher Weise hier angesiedelt hat. Mehrere Biberburgen sind hier zu finden und der Baumbestand ist schon arg geschädigt. Auch eine Form des "Naturschutzes"...

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